Willkommen!

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Dies ist mein Blog auf dem ich von nun an von meinen Erfahrungen aus Vietnam berichte. Enjoy!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Hier nun endlich ein Update, das aufgrund mehrer sturmbedingter Stromausfälle in den letzten Tagen ausfallen musste.

Einarbeitung
Marco und ich sind mittlerweile knapp 2 Wochen in dem Projekt, und so langsam haben wir uns schon ganz gut eingelebt. Wir haben soeben zu Abend gegessen, nachdem wir eine Unterrichtsstunde mit dem Staff hatten. Wir werden von nun an drei mal die Woche zwei Stunden lang die Parkmitglieder unterrichten. Das Unterrichten klappt schon ganz gut, wir haben die ganzen Methoden ja noch frisch präsent. Heute waren 7 Leute da, wobei das Englischniveau der einzelnen Personen sehr stark variiert; der Wille Englisch zu lernen ist aber bei den meisten vorhanden, sowie ein generelles Interesse etwas über Umwelt, Kultur etc zu erfahren. Wir haben heute die meiste Zeit damit verbracht einen simplen Text über den Klimawandel zu besprechen, und anschließend Hangman gespielt. Die Stimmung ist immer sehr gut, da die vietnamesische Mentalität generell eine ziemlich Fröhliche ist und gerne gelacht wird. Morgen werden wir uns an einer Highschool in einem Nachbarort vorstellen um dort Englisch zu unterrichten.

In der letzten Woche hatten wir noch Schonfrist und hatten folglich ziemlich viel Freizeit. Wir haben uns aber bereits bei der örtlichen Pagode vorgestellt, in der wir zwei Schulklassen unterrichten werden (im Alter von circa 10-15 Jahre). Außerdem haben wir ein Kamerateam begleitet, das an einem ökologischem Projekt arbeitet, anscheinend für den Staatssender VTV, und haben uns als Interviewte und als Schauspieler zur Verfügung gestellt. Ich bin mir aber nicht sicher ob ich das Ergebnis sehen will.
In meiner Freizeit habe ich die Gegend erkundet, fast jeden Nachmittag Fußball gespielt, viel gelesen, und ein wenig Vietnamesich gelernt.

Panorama vom Mangrovenwald von einem Aussichtsturm aus. Im Hintergrund erkennt man das Meer.
Außerdem können wir hier hin und wieder Fußball gucken, zumindest wird jedes Manchester United Spiel im Staatsfernsehen übertragen da scheinbar der Großteil der fußballinteressierten Vietnamesen Manchester-Fan ist. Das Internet ist zu langsam für Livestreams.

Gebräuche
Innerhalb der letzten beiden Wochen konnte ich schon ein paar Verhaltensweisen und Bräuche kennenlernen, die die vietnamesische Mentalität ganz gut wiedergeben. Zwei geregelte Mahlzeiten sind eine feste Konstante im Tagesablauf, in der Regel gegen 11 Uhr und gegen 6 Uhr. Zum Essen bekommt jeder eine Schüssel mit Reis. Zusätzlich stehen auf dem Tisch Teller mit verschiedenen Gerichten, von denen sich jeder bedient. Diese Gerichte variieren von Tag zu Tag ein wenig, auf lange Sicht gibt es jedoch meist dieselben Dinge: Gemüse wie Kohl, Wasserspinat in Knoblauch, oder Wirsing, Fleisch meist Schwein (Zunge, Ohr, etc) und Fisch oder Shrimps; bei beiden Dingen wird abgesehen von den Gräten kein Teil verschmäht, die Shrimps werden nicht gepult und der Kopf wird zuerst abgebissen. Meistens steht mehr auf dem Tisch als verzehrt werden kann, außerdem gilt es für einen Mann als unhöflich weniger als drei Schüsseln Reis zu essen und der Nachschlag darf keinesfalls nur eine Kelle sein. Zum Essen wird gerne sogenannter "NGO-Wine" getrunken, der in unbeschrifteten Plastikflaschen ausgeschenkt wird, glasklar ist, aus Schnapsgläsern getrunken wird und auch ganz stark nach Schnaps schmeckt.

Eine Sitte die mir sehr gut gefällt ist die, dass man während dem Essen jederzeit eine Person zum Trinken auffordern kann (oder eben die ganze Runde). Man sagt dann wieviel man von dem Schnapsglas trinkt (i.d.R. das ganze Glas), stößt an, und anschließend bedankt man sich per Händedruck. Das Glas wird direkt wieder aufgefüllt, bis die Flasche leer ist.

Nach dem Essen setzt man sich zusammen und trinkt gemütlich Tee. Die Teetassen sowie Tee und heißes Wasser stehen zu jeder Zeit auf dem Tisch in der Lobby. Bevor man den Tee eingießt werden die Tassen "gereinigt", da dieselben Tassen von jedem jederzeit benutzt werden. Dies geschieht indem eine Tasse mit Tee gefüllt wird und dann der Inhalt von Tasse zu Tasse geschüttet wird, und es anschließend weggegossen wird. Erst dann werden die Tassen mit Tee befüllt. Mittags ist nach dem Teetrinken circa zwei Stunden lang Ruhezeit, in der häufig geschlafen wird, vor allem wenns mittags NGO-Wine gab.

Letztes Wochenende haben Marco und ich im Hauptgebäude übernachtet, da es heftige Sturmwarnungen gab. Unsere Malhlzeiten habe wir gemeinsam mit den drei verbliebenen Mitarbeitern in einem nahegelegenem Restaurant eingenommen, da die Köchin wegen des Sturms zuhause geblieben ist. Am Sonntag Abend habe ich in dem Restaurant dann einen weiteren Brauch kennengelernt, und zwar durfte erst Reis gegessen werden, nachdem die zwei 0.5l-Flaschen NGO-Wine, die auf dem Tisch standen, leer gemacht wurden. Im Laufe des Abendessens haben wir dann noch zwei weitere dieser Flaschen mit reichlich Händeschütteln geleert. Außerdem habe ich das vietnamesische Bier für akzeptabel befunden, solange es gut gekühlt ist. Anschließend sind wir in eine Karaoke-Bar gefahren, in der ich das erste Mal in meinem Leben Karaoke ausprobiert habe. NGO-Wine sei dank. Der Abend war insgesamt sehr lustig; ein Highlight war als Marco und ich 100 Punkte bei dem Lied "Ich geh´ mit meiner Laterne" bekommen haben. Keine Ahnung wieso das im Sortiment war.

Vogelexkursion
 Vorgestern war ich das erste mal raus zum Vögel beobachten. Ein wahrer Experte auf seinem Gebiet hatte mir am Vorabend (Sonntag) zwischen zwei Schnäpsen das Angebot gemacht ihn zu begleiten. Er sagte jedoch wir würden nur losfahren solange es nicht regnet, da man sonst kaum Vögel beobachten kann. Am wolkenverhangenen Montag morgen stand ich also um 5:30 Uhr auf der Matte, trotz oder gerade wegen der Resteinflüsse des Alkohols ganz euphorisch. Aus dieser Euphorie heraus schaffte ich es auch ihn davon zu überzeugen, dass es trotz der dicken Wolken nicht regnen würde. Wir sind also losgefahren, zunächst mit dem Moped und dann mit einem Boot zu einer Insel, von welcher wir unsere Tour durchs Watt starten würden um möglichst viele seltene Vögel zu kategorisieren, und die ersten Ankömmlinge die hier überwintern werden zu beobachten.
Zur Insel mussten wir ein Stückchen
durchs Wasser waten.

Samba sind doch immer noch meine
Lieblingsallzweckschuhe. Im Zweifel
auch sehr passabler Gummistiefelersatz.


 Sobald wir auf der Insel angekommen waren (um uns herum nichts als Wasser und Watt) fing es in Strömen an zu regnen. Ich hatte in meinem Optimismus nicht einmal eine Regenjacke dabei, und suchte unter den wenigen Bäumen schutz.
Haha.
 Der Wind pfiff über die Insel, schließlich waren wir direkt am offenen Meer; auch das hatte ich unterschätzt und war mir nun fast sicher am nächsten Tag halbtot im Bett zu liegen. Trotz allem wurde ganz nach vietnamesischer Mentalität über die Situation gelacht. Von meiner Seite eher weniger, aber immerhin hat mein Begleiter seinen Spaß daran gefunden. Aus meinem Unterschlupf, der eher einen mangelhaften Schutz vor dem Regen bot (da Nadelbäume), konnte ich immerhin noch einen seltenen Asian Paradise Flycatcher beobachten, der mich scheinbar nicht bemerkte. Schließlich beschlossen wir jedoch, den Typen anzurufen, der und mit dem Boot hergebracht hatte, da es nicht danach aussah als wenn es in nächster Zeit aufhören würde zu regnen und ich wollte nicht vollends verrecken. Jedenfalls war der Typ gerade woanders unterwegs, sodass wir ziemlich lange hätten warten müssen bis er uns abholt. Hätte es nicht just in dem Moment aufgehört zu regnen... Wir setzten also unsere Tour fort und wurden im Laufe des Tages auch mit etwas Sonne belohnt, sowie mit zahlreichen interessanten Vogelbeobachtungen.







Mit diesem Boot gings dann zurück.

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