Einarbeitung
In meiner Freizeit habe ich die Gegend erkundet, fast jeden Nachmittag Fußball gespielt, viel gelesen, und ein wenig Vietnamesich gelernt.
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| Panorama vom Mangrovenwald von einem Aussichtsturm aus. Im Hintergrund erkennt man das Meer. |
Gebräuche
Eine Sitte die mir sehr gut gefällt ist die, dass man während dem Essen jederzeit eine Person zum Trinken auffordern kann (oder eben die ganze Runde). Man sagt dann wieviel man von dem Schnapsglas trinkt (i.d.R. das ganze Glas), stößt an, und anschließend bedankt man sich per Händedruck. Das Glas wird direkt wieder aufgefüllt, bis die Flasche leer ist.
Nach dem Essen setzt man sich zusammen und trinkt gemütlich Tee. Die Teetassen sowie Tee und heißes Wasser stehen zu jeder Zeit auf dem Tisch in der Lobby. Bevor man den Tee eingießt werden die Tassen "gereinigt", da dieselben Tassen von jedem jederzeit benutzt werden. Dies geschieht indem eine Tasse mit Tee gefüllt wird und dann der Inhalt von Tasse zu Tasse geschüttet wird, und es anschließend weggegossen wird. Erst dann werden die Tassen mit Tee befüllt. Mittags ist nach dem Teetrinken circa zwei Stunden lang Ruhezeit, in der häufig geschlafen wird, vor allem wenns mittags NGO-Wine gab.
Letztes Wochenende haben Marco und ich im Hauptgebäude übernachtet, da es heftige Sturmwarnungen gab. Unsere Malhlzeiten habe wir gemeinsam mit den drei verbliebenen Mitarbeitern in einem nahegelegenem Restaurant eingenommen, da die Köchin wegen des Sturms zuhause geblieben ist. Am Sonntag Abend habe ich in dem Restaurant dann einen weiteren Brauch kennengelernt, und zwar durfte erst Reis gegessen werden, nachdem die zwei 0.5l-Flaschen NGO-Wine, die auf dem Tisch standen, leer gemacht wurden. Im Laufe des Abendessens haben wir dann noch zwei weitere dieser Flaschen mit reichlich Händeschütteln geleert. Außerdem habe ich das vietnamesische Bier für akzeptabel befunden, solange es gut gekühlt ist. Anschließend sind wir in eine Karaoke-Bar gefahren, in der ich das erste Mal in meinem Leben Karaoke ausprobiert habe. NGO-Wine sei dank. Der Abend war insgesamt sehr lustig; ein Highlight war als Marco und ich 100 Punkte bei dem Lied "Ich geh´ mit meiner Laterne" bekommen haben. Keine Ahnung wieso das im Sortiment war.
Vogelexkursion
Vorgestern war ich das erste mal raus zum Vögel beobachten. Ein wahrer Experte auf seinem Gebiet hatte mir am Vorabend (Sonntag) zwischen zwei Schnäpsen das Angebot gemacht ihn zu begleiten. Er sagte jedoch wir würden nur losfahren solange es nicht regnet, da man sonst kaum Vögel beobachten kann. Am wolkenverhangenen Montag morgen stand ich also um 5:30 Uhr auf der Matte, trotz oder gerade wegen der Resteinflüsse des Alkohols ganz euphorisch. Aus dieser Euphorie heraus schaffte ich es auch ihn davon zu überzeugen, dass es trotz der dicken Wolken nicht regnen würde. Wir sind also losgefahren, zunächst mit dem Moped und dann mit einem Boot zu einer Insel, von welcher wir unsere Tour durchs Watt starten würden um möglichst viele seltene Vögel zu kategorisieren, und die ersten Ankömmlinge die hier überwintern werden zu beobachten.
Sobald wir auf der Insel angekommen waren (um uns herum nichts als Wasser und Watt) fing es in Strömen an zu regnen. Ich hatte in meinem Optimismus nicht einmal eine Regenjacke dabei, und suchte unter den wenigen Bäumen schutz.
Der Wind pfiff über die Insel, schließlich waren wir direkt am offenen Meer; auch das hatte ich unterschätzt und war mir nun fast sicher am nächsten Tag halbtot im Bett zu liegen. Trotz allem wurde ganz nach vietnamesischer Mentalität über die Situation gelacht. Von meiner Seite eher weniger, aber immerhin hat mein Begleiter seinen Spaß daran gefunden. Aus meinem Unterschlupf, der eher einen mangelhaften Schutz vor dem Regen bot (da Nadelbäume), konnte ich immerhin noch einen seltenen Asian Paradise Flycatcher beobachten, der mich scheinbar nicht bemerkte. Schließlich beschlossen wir jedoch, den Typen anzurufen, der und mit dem Boot hergebracht hatte, da es nicht danach aussah als wenn es in nächster Zeit aufhören würde zu regnen und ich wollte nicht vollends verrecken. Jedenfalls war der Typ gerade woanders unterwegs, sodass wir ziemlich lange hätten warten müssen bis er uns abholt. Hätte es nicht just in dem Moment aufgehört zu regnen... Wir setzten also unsere Tour fort und wurden im Laufe des Tages auch mit etwas Sonne belohnt, sowie mit zahlreichen interessanten Vogelbeobachtungen.


| Zur Insel mussten wir ein Stückchen durchs Wasser waten. |
| Samba sind doch immer noch meine Lieblingsallzweckschuhe. Im Zweifel auch sehr passabler Gummistiefelersatz. |
Sobald wir auf der Insel angekommen waren (um uns herum nichts als Wasser und Watt) fing es in Strömen an zu regnen. Ich hatte in meinem Optimismus nicht einmal eine Regenjacke dabei, und suchte unter den wenigen Bäumen schutz.
| Haha. |

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